Allgemein-, Viszeral-, und Gefäßchirurgie

Klinik Neustadt a.d. Aisch

Allgemein-, Viszeral-, und Gefäßchirurgie

Leitung: Chefarzt Dr. Daniel Ditterich

Paracelsusstraße 30-36
91413 Neustadt a. d. Aisch

> Kontakt & Sprechzeiten

Kontakt & Sprechzeiten

Sprechzeiten von Montag bis Freitag nach tel. Vereinbarung

Termin vereinbaren unter Tel. 09161 70-3587

Dr. med. Daniel Ditterich

Chefarzt

Allgemein-, Viszeral-, und Gefäßchirurgie

Paracelsusstraße 30-36

91413 Neustadt a. d. Aisch

Tel.: 09161 70-2101

E-Mail: daniel.ditterich@kliniken-nea.de

Unsere Leistungen

Allgemein-, und Viszeralchirurgie

  • Versorgung von akuten und chronischen Erkrankungen des Bauchraumes wie Dickdarm-, Gallen- und Magenerkrankungen, Blinddarmentzündungen (minimalinvasiv oder konventionell)
  • Leisten-, Nabel- und Narbenbruchoperationen (minimalinvasiv, oder konventionell), auch ambulant
  • Tumoroperationen der Bauchorgane
  • Entfernung von Weichteiltumoren
  • Operative Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen

Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Schmerzen hinter dem Brustbein: Viele Menschen leiden unter Beschwerden, die durch den Rückfluss (Reflux) von Magensäure in die Speiseröhre entstehen. Hier finden Sie einen Überblick über die Refluxkrankheit, die häufig damit verbundene Hiatushernie, die gängigen Diagnoseverfahren sowie konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten.

Illustration showing Gastrophageal reflux disease (GERD) is a digestive disorder where stomach acid flows back into the esophagus, causing discomfort and complications.

Was ist Refluxkrankheit?

Die Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxkrankheit, GERD) beschreibt den krankhaften Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre. Wird die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre häufig oder lang anhaltend mit Magensäure in Kontakt gebracht, kann es zu Entzündungen und schmerzhaften Beschwerden kommen. Typische Symptome sind:

  • Sodbrennen und saures Aufstoßen
  • Schmerzen oder Brennen hinter dem Brustbein
  • Schluckbeschwerden oder Reizhusten

In manchen Fällen kann der Reflux auch „still“ verlaufen, das heißt, ohne ausgeprägte Sodbrennen-Symptome, aber dennoch mit chronischen Reizungen.

Was ist eine Hiatushernie?

Eine Hiatushernie (Zwerchfellbruch) liegt vor, wenn der obere Teil des Magens durch eine Schwachstelle im Zwerchfell in den Brustraum vorrutscht. Dadurch wird der natürliche Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen beeinträchtigt, was den Rückfluss von Magensäure begünstigen kann. Es werden verschiedene Typen von Hiatushernien unterschieden – am häufigsten ist die axiale (Gleit-)Hernie, bei der der Übergang von Speiseröhre zu Magen samt eines Teils des Magens nach oben rutscht.

Wie wird Refluxkrankheit und Hiatushernie diagnostiziert?

Um eine genaue Diagnose stellen zu können, führt der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung durch. Anschließend kommen folgende Verfahren zum Einsatz:

  • Magenspiegelung (Gastroskopie): Eine flexible Kamera untersucht Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm. Dabei lassen sich Entzündungen, Geschwüre und das Vorliegen einer Hiatushernie feststellen.
  • pH-Metrie: Mit einer Sonde wird der Säuregehalt (pH-Wert) in der Speiseröhre gemessen, um die Häufigkeit und Dauer von Reflux-Episoden zu erfassen.
  • Manometrie: Diese Methode misst den Druck in der Speiseröhre und kann eventuelle Funktionsstörungen der Speiseröhrenmuskulatur aufzeigen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Konservative Therapie

  • Lebensstiländerungen: Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum, Vermeidung säurehaltiger Speisen und Getränke, Gewichtsreduktion sowie das Hochlagern des Oberkörpers beim Schlafen können helfen, die Beschwerden zu lindern.
  • Medikamente: Protonenpumpenhemmer (PPI) oder H2-Blocker reduzieren die Säureproduktion im Magen und lindern dadurch die Refluxbeschwerden. Antazida neutralisieren die Magensäure kurzfristig.

Operative Therapie (Antirefluxchirurgie)

Kommt es trotz konsequenter konservativer Maßnahmen zu anhaltenden oder schweren Beschwerden, kann ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein. Typischerweise wird dieser minimal-invasiv (laparoskopisch) durchgeführt und zielt darauf ab, die anatomische Situation zu korrigieren und den Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen zu stärken.

Nissen Fundoplication Surgery

Wann wird operiert?

Eine Operation wird in der Regel empfohlen, wenn:

  • Die medikamentöse Therapie nicht ausreichend wirkt oder starke Nebenwirkungen auftreten
  • Eine ausgedehnte Hiatushernie vorliegt
  • Komplikationen wie Entzündungen oder Geschwüre in der Speiseröhre auftreten
  • Eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität durch chronisches Sodbrennen oder häufiges Aufstoßen besteht.

Wie wird operiert?

Der häufigste Eingriff ist die Fundoplicatio. Dabei wird der obere Magenanteil (Fundus) um den unteren Teil der Speiseröhre gelegt und fixiert. Dadurch entsteht eine Art Ventil, das den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre verhindert.

  • Vollständige Fundoplicatio (360°): Der Fundus wird einmal vollständig um die Speiseröhre gelegt.
  • Teilweise Fundoplicatio (270°): Der Magen wird nur teilweise um die Speiseröhre gewickelt, um mögliche Schluckbeschwerden zu reduzieren.

Oft wird gleichzeitig die Hiatushernie behoben, indem der Bruchsack zurückgezogen und die Zwerchfelllücke verkleinert wird.

Was sollte man nach der Operation beachten?

  • Ernährung: Anfangs empfiehlt sich eine schonende Kost (zum Beispiel Brei oder weiche Speisen). Nach und nach kann die Nahrung wieder normalisiert werden.
  • Körperliche Schonung: In den ersten Wochen nach dem Eingriff sollte man schweres Heben und körperlich anstrengende Aktivitäten vermeiden, um die frischen Nähte nicht zu belasten.
  • Medikamente: Eventuell können Protonenpumpenhemmer nach der Operation reduziert oder abgesetzt werden. Dies sollte jedoch in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
  • Regelmäßige Kontrollen: Um den Heilungsverlauf zu überprüfen und mögliche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen, sind Nachsorgetermine essenziell.

Die Antirefluxchirurgie bietet eine wirksame Lösung für Patienten, bei denen konservative Therapien nicht ausreichend sind oder bei denen eine ausgeprägte Hiatushernie besteht. Durch den minimal-invasiven Eingriff kann die natürliche Anatomie wiederhergestellt und langfristig ein beschwerdefreier Alltag ermöglicht werden.

Die Gallenblase spielt eine wichtige Rolle bei der Verdauung: Sie speichert die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit und gibt sie bei Bedarf in den Dünndarm ab. Manchmal jedoch können Gallensteine, Entzündungen oder andere Erkrankungen der Gallenblase so starke Beschwerden verursachen, dass eine Operation notwendig wird. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die Funktion der Gallenblase, typische Krankheitsbilder, Diagnoseverfahren sowie konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist die Gallenblase und warum ist sie wichtig?

Die Gallenblase ist ein birnenförmiges Organ, das sich an der Unterseite der Leber befindet. Sie dient als Reservoir für die Gallenflüssigkeit (Galle), die die Leber produziert. Die Galle unterstützt die Verdauung, indem sie Fette emulgiert und damit deren Verarbeitung im Dünndarm erleichtert. Obwohl die Gallenblase eine wichtige Aufgabe hat, ist sie nicht überlebenswichtig – der Körper kann auch ohne sie verdauen, da die Leber weiterhin Gallenflüssigkeit produziert und direkt in den Dünndarm abgibt.

Wann kommt es zu Beschwerden?

Am häufigsten verursachen Gallensteine (Cholelithiasis) Probleme. Diese können in der Gallenblase entstehen und – je nach Größe und Lage – unterschiedliche Beschwerden hervorrufen:

  • Koliken: Starke, krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch, die auch in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen können.
  • Übelkeit und Erbrechen: Begleitend zu den Schmerzen treten häufig Magen-Darm-Beschwerden auf.
  • Gelbfärbung von Haut und Augen (Ikterus): Wenn ein Stein den Gallengang blockiert, kann sich Gallenflüssigkeit stauen und zu einer Gelbfärbung führen.

Eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) kann auftreten, wenn ein Stein den Abfluss der Galle vollständig blockiert und sich Entzündungen entwickeln. Die Symptome reichen von anhaltenden Schmerzen über Fieber bis hin zu Schüttelfrost.

Wie wird diagnostiziert?

Bei Verdacht auf Gallensteine oder andere Gallenblasenprobleme führt der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung durch. Anschließend kommen meist folgende Verfahren zum Einsatz:

  • Ultraschall (Sonographie)
    Die erste Wahl bei der Diagnose von Gallensteinen. Hier lassen sich Steine, Entzündungen oder andere Auffälligkeiten erkennen.
  • Blutuntersuchungen
    Erhöhte Entzündungswerte (CRP, Leukozyten) oder veränderte Leberwerte können auf eine Entzündung oder einen Stein im Gallengang hindeuten.
  • MRT/MRCP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie)
    Eine spezielle MRT-Untersuchung, um die Gallenwege detailliert darzustellen und mögliche Steine oder Engstellen im Gallengang festzustellen.
  • Endoskopische Verfahren (ERCP)
    Hierbei wird eine Endoskopie mit Röntgendarstellung kombiniert. Sie kann sowohl zur Diagnose als auch direkt zur Entfernung von Steinen in den Gallengängen eingesetzt werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Konservative Therapie

  • Ernährungsanpassung: Verzicht auf sehr fettreiche Speisen kann die Gallenblase entlasten.
  • Medikamente: Schmerzmittel lindern Koliken, krampflösende Mittel entspannen die Gallengänge.

In manchen Fällen kann versucht werden, Gallensteine medikamentös aufzulösen (z. B. mit Ursodeoxycholsäure), sofern sie klein genug und bestimmter Zusammensetzung sind. Dieser Prozess ist jedoch langwierig und nicht immer erfolgreich.

Operative Therapie

Treten wiederholt Koliken auf, liegen Entzündungen vor oder sind die Steine sehr groß, wird meist eine operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) empfohlen. Da die Gallenblase nicht lebenswichtig ist und ein Entzündungsherd im Körper vermieden werden soll, bietet sich dieser Eingriff oft als Dauerlösung an.

Wann wird operiert?

  • Wiederkehrende Gallenblasenentzündungen oder starke Koliken
  • Große oder multiple Gallensteine, bei denen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht
  • Verschluss des Gallengangs durch Steine mit Gelbfärbung (Ikterus)
  • Komplikationen wie Gallengangsentzündung (Cholangitis) oder Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

In der Regel versucht man, die Operation zeitnah durchzuführen, bevor sich die Beschwerden verschlimmern oder Komplikationen auftreten.

Wie wird operiert?

Heutzutage erfolgt die Gallenblasenentfernung in den meisten Fällen minimal-invasiv (laparoskopisch):

Laparoskopische Cholezystektomie

  • Über kleine Schnitte in der Bauchdecke werden Kamera und Instrumente eingeführt.
  • Die Gallenblase wird vorsichtig abgetrennt und durch eine der kleinen Öffnungen entfernt.
  • Der Eingriff erfolgt meist unter Vollnarkose und hat gegenüber der offenen Chirurgie den Vorteil einer schnelleren Genesung und geringeren Narbenbildung.

Offene Cholezystektomie

  • Bei komplizierten anatomischen Verhältnissen oder ausgeprägten Entzündungen wird manchmal noch ein größerer Bauchschnitt nötig.
  • Der Krankenhausaufenthalt fällt dann in der Regel etwas länger aus als bei der minimal-invasiven Technik.

Was sollte man nach der Operation beachten?

  • Ernährung: Nach der Gallenblasenentfernung kann es anfangs zu Verdauungsproblemen kommen. Meist wird eine leichte, fettarme Kost empfohlen. Die meisten Patienten können jedoch nach einiger Zeit wieder „normal“ essen.
  • Körperliche Schonung: Schwere körperliche Belastungen oder intensiver Sport sollten in den ersten Wochen vermieden werden.
  • Nachsorge: Kontrolluntersuchungen beim Arzt stellen sicher, dass die Wundheilung gut verläuft und es keine Komplikationen wie Entzündungen oder Infektionen gibt.
  • Medikamenteneinnahme: Schmerzmittel oder krampflösende Mittel können in der Anfangsphase hilfreich sein. In Absprache mit dem Arzt kann die Dosis schnell reduziert werden, sobald die Schmerzen nachlassen.

Die Gallenblase erfüllt eine wichtige Funktion bei der Fettverdauung. Kommt es jedoch zu Beschwerden durch Gallensteine, Entzündungen oder andere Ursachen, ist die operative Entfernung der Gallenblase häufig die beste Therapieoption. Dank moderner, minimal-invasiver Verfahren kann dieser Eingriff in der Regel schonend durchgeführt werden, sodass Patienten rasch wieder in ihren Alltag zurückkehren können.

Die Proktologie befasst sich mit Erkrankungen und Funktionsstörungen des Enddarms, des Analkanals und des Afterbereichs. Beschwerden in diesem Bereich sind häufig schmerzhaft und für Betroffene oft sehr belastend. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über häufige proktologische Krankheitsbilder, typische Symptome, Diagnoseverfahren und Therapiemöglichkeiten.

Hämorrhoidalleiden

Was sind Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden sind Gefäßpolster im Analkanal, die jeder Mensch besitzt. Sie unterstützen den Feinverschluss des Darms. Erst wenn sich diese Gefäßpolster vergrößern, entstehen Beschwerden, die als „Hämorrhoidalleiden“ bezeichnet werden.

Symptome

  • Jucken, Brennen oder Nässen im Analbereich
  • Hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier oder Stuhl
  • Gefühl einer unvollständigen Entleerung

Behandlung

  • Konservativ: Ernährungsumstellung mit ballaststoffreicher Kost, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, lokale Salben und Zäpfchen.
  • Interventionell: Verödung (Sklerosierung), Gummibandligatur oder chirurgische Verfahren (z. B. Hämorrhoidektomie oder Stapler-Operation) bei fortgeschrittenen Stadien.

Analfissur

Was ist eine Analfissur?
Unter einer Analfissur versteht man einen schmerzhaften Einriss in der Schleimhaut des Analkanals. Meist entsteht er durch harten Stuhlgang oder chronische Verstopfung, kann aber auch mit anderen Erkrankungen zusammenhängen.

Symptome

  • Stechende, brennende Schmerzen beim oder nach dem Stuhlgang
  • Mitunter hellrote Blutauflagerungen am Stuhl
  • Häufiges Vermeiden des Stuhlgangs aus Angst vor erneuten Schmerzen

Behandlung

  • Konservativ: Sitzbäder, schmerzlindernde Salben, Entspannung der Schließmuskulatur mittels Salben (z. B. mit Nitroglyzerin oder Kalziumkanalblockern), Stuhlregulierung (ballaststoffreiche Ernährung, Abführmittel bei Bedarf).
  • Operativ: Bei chronischen Fissuren kann ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig werden, zum Beispiel eine sogenannte Fissurektomie oder eine gezielte Entspannung des Schließmuskels (Sphinkterspaltung).

Analfistel

Was ist eine Analfistel?
Eine Analfistel ist ein röhrenförmiger Gang zwischen dem Analkanal und der äußeren Haut. Häufig ist eine Analfistel die Folge eines zuvor entzündeten Analabszesses.

Symptome

  • Eitrige oder blutige Absonderungen aus einer Öffnung in der Haut
  • Nässen oder anhaltende Reizung im Analbereich
  • Spannungs- und Druckgefühl

Behandlung
Analfisteln heilen meist nicht von allein ab. In der Regel wird ein chirurgischer Eingriff erforderlich, bei dem die Fistel gespaltet oder entfernt wird, um die natürliche Heilung zu ermöglichen.

Perianalvenenthrombose

Was ist eine Perianalvenenthrombose?
Eine perianalvenenthrombose, oft auch „äußerer Hämorrhoidalknoten“ genannt, ist ein plötzliches Blutgerinnsel in den äußeren Venengeflechten des Analbereichs. Sie ist schmerzhaft, aber harmlos.

Symptome

  • Plötzlich auftretender, sehr starker Schmerz
  • Kleine, bläulich-lila schimmernde Knotenbildung am Analrand

Behandlung

  • Konservativ: Schmerzlinderung durch Salben, kühle Umschläge, sitzende Bäder.
  • Kleiner Eingriff: Bei sehr großen oder stark schmerzhaften Thrombosen kann das Blutgerinnsel durch einen kurzen Schnitt in örtlicher Betäubung entfernt werden.

Pilonidalsinus (Steissbeinfistel)

Ein Pilonidalsinus ist eine Entzündung im Bereich der Steißbeinregion, bei der sich Haare und Hautzellen in kleinen Hauttaschen (Sinus) ansammeln. Durch Reibung und eingewachsene Haare kann es zu chronischen Reizungen und Infektionen kommen, die sich als schmerzhafte, eitrige Fistel oder Abszess bemerkbar machen.

Symptome

  • Schwellung, Rötung und starker Druckschmerz am Steißbein
  • Mögliche Eiterabsonderung, unangenehmer Geruch
  • Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl bei ausgeprägter Infektion

Behandlung

  • Konservativ: Kleinere Entzündungen werden zunächst mit Antibiotika und regelmäßigen Spülungen behandelt, um die Infektion zu kontrollieren.
  • Operativ: Bei ausgeprägten Befunden oder wiederkehrenden Entzündungen ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, bei dem die Fistelgänge und betroffenes Gewebe vollständig entfernt werden. Die Wunde kann offen (sekundäre Heilung) oder mithilfe spezieller plastischer Techniken verschlossen werden.

Nachsorge

  • Sorgfältige Wundpflege und regelmäßige Arztkontrollen sind entscheidend, damit das behandelte Gebiet sauber bleibt und gut abheilt.
  • Nach vollständiger Abheilung empfiehlt sich eine regelmäßige Rasur oder Haarentfernung im betroffenen Bereich, um ein erneutes Einwachsen der Haare zu vermeiden.

Rektozele

Was ist eine Rektozele?
Eine Rektozele bezeichnet eine Vorwölbung des Enddarms (Rektum) in Richtung Scheide (Vagina). Meist tritt sie bei Frauen infolge einer Schwächung des Beckenbodens auf, zum Beispiel nach Geburten.

Symptome

  • Gefühl der unvollständigen Entleerung
  • Manuelles Unterstützen der Darmentleerung durch Druck auf die Scheidenrückwand
  • Völlegefühl oder Druckgefühl im Becken

Behandlung

  • Konservativ: Beckenbodentraining, Ernährung zur Stuhlregulierung, Physiotherapie.
  • Operativ: Ist die Rektozele stark ausgeprägt oder verursacht sie erhebliche Beschwerden, kann eine plastische Korrektur durchgeführt werden, um das Gewebe zu stabilisieren und die normale Anatomie wiederherzustellen.

Defekationsstörungen

Was sind Defekationsstörungen?
Darunter fallen unterschiedliche Formen von Stuhlentleerungsproblemen, etwa chronische Verstopfung, unvollständige Entleerung oder Entleerungsblockaden (Obstruktionssyndrom). Es können anatomische Ursachen (z. B. Rektozele, Beckenbodensenkung) oder funktionelle Gründe (z. B. gestörter Schließmuskelfunktion) vorliegen.

Symptome

  • Häufiges Pressen oder starkes Nachpressen beim Stuhlgang
  • Gefühl, der Darm entleere sich nicht vollständig
  • Eventuell Kombination mit Inkontinenz oder Stuhlschmieren

Behandlung

  • Konservativ: Physiotherapie, Beckenbodentraining, Ernährungsumstellung, Biofeedback-Therapie.
  • Operativ: Beseitigung von anatomischen Engstellen oder Fehlstellungen (etwa Korrektur einer Rektozele), je nach Ursache eventuell auch eine Schließmuskulatur-Rekonstruktion.

Rektumprolaps

Was ist ein Rektumprolaps?
Ein Rektumprolaps liegt vor, wenn das Rektum (Enddarm) durch den Analkanal nach außen stülpt. Dies geschieht meist bei einer Schwächung des Beckenbodens und der Schließmuskulatur.

Symptome

  • Sichtbare Vorwölbung oder Ausstülpung aus dem After
  • Schleim- oder Blutabgang
  • Häufig verbunden mit Schließmuskelschwäche oder Inkontinenz

Behandlung

  • Konservativ: Geringe Prolapsformen lassen sich teils durch Beckenbodentraining und Reduzierung von Risikofaktoren (z. B. chronische Verstopfung, starkes Übergewicht) günstig beeinflussen.
  • Operativ: Bei ausgeprägtem Prolaps sind operative Verfahren notwendig, um den Darm in seine ursprüngliche Lage zu bringen und den Beckenboden zu stärken. Je nach Schweregrad können minimal-invasive Techniken oder offene Eingriffe zum Einsatz kommen.

Diagnostik in der Proktologie

Anamnese und Inspektion

  • Ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch über Symptome, mögliche Auslöser und Vorerkrankungen.
  • Sichtbare Veränderungen oder Entzündungen können bereits bei der äußeren Inspektion erfasst werden.

Rektale Untersuchung und Proktoskopie

  • Abtasten des Analkanals und Enddarms mit dem Finger, um schmerzhafte Bereiche oder Knoten zu lokalisieren.
  • Proktoskopie (Spiegelung des Analkanals) und Rektoskopie (Spiegelung des Enddarms) zur präzisen Beurteilung von Hämorrhoiden, Fissuren oder Fisteln.

Spezielle Untersuchungen

  • Endosonographie (Ultraschalluntersuchung über den After)
  • Defäkographie (Röntgenuntersuchung der Darmentleerung)
  • Manometrie (Druckmessung der Schließmuskelfunktion)

Therapie und Nachsorge

Die Wahl der Behandlung hängt von der genauen Diagnose und dem Schweregrad der Erkrankung ab. In leichten Fällen genügen meist konservative Maßnahmen wie Ernährung, Stuhlregulierung, lokale Salben oder physiotherapeutische Übungen. Ist jedoch eine fortgeschrittene Erkrankung oder eine anatomische Fehlstellung vorhanden, kommen operative Eingriffe zum Einsatz.

Nachbehandlung

  • Konsequente Wund- und Hautpflege im Analbereich
  • Stuhlregulierung (ausreichende Trinkmenge, ballaststoffreiche Kost)
  • Beckenbodentraining und körperliche Aktivität zur Stabilisierung des Operations- und Beckenbodenbereichs
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen, um den Heilungsverlauf zu überwachen und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen

Proktologische Erkrankungen wie Hämorrhoidalleiden, Analfissuren, Analfisteln oder Rektumprolaps sind häufig und können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Eine genaue Diagnostik ist wichtig, um die beste Therapie zu wählen – von konservativen Ansätzen bis hin zur operativen Sanierung. Dank moderner Untersuchungs- und Behandlungsmethoden lassen sich heute viele proktologische Beschwerden effektiv lindern oder sogar vollständig beheben.

Tumorchirurgie im Verdauungstrakt – wenn Magen, Dünndarm und Dickdarm betroffen sind

Die Chirurgie von Tumorerkrankungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts (Gastrointestinaltrakt) ist ein wesentlicher Bestandteil der Krebsbehandlung. Abhängig von der genauen Lokalisation, Größe und Ausbreitung des Tumors kommen unterschiedliche operative Verfahren zum Einsatz. Dieser Artikel gibt einen Überblick über häufige Tumorarten in Magen, Dünndarm und Dickdarm, Diagnosemöglichkeiten und die wichtigsten Therapiemethoden.

Tumoren im Magen

Häufige Formen

  • Adenokarzinom: Der häufigste bösartige Tumor des Magens, entwickelt sich in der Schleimhaut.
  • Gastrointestinale Stromatumoren (GIST): Seltenere Tumoren, die vor allem in der Magenwand entstehen.

Symptome

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
  • Schluckbeschwerden bei Tumoren im Mageneingang

Da sich Magenkrebs oft erst spät bemerkbar macht, sind regelmäßige ärztliche Untersuchungen bei Risikofaktoren (z. B. familiäre Vorbelastung, chronische Gastritis, Helicobacter-pylori-Infektion) besonders wichtig.

Diagnostik

  • Gastroskopie (Magenspiegelung): Wichtigste Untersuchung, bei der über eine Kamera der Magen inspiziert und Gewebeproben entnommen werden.
  • Endosonographie: Ultraschalluntersuchung über das Endoskop, um die Tiefe des Tumors in der Magenwand abzuschätzen.
  • Bildgebende Verfahren (CT, MRT): Dienen dazu, die Ausbreitung des Tumors (z. B. Lymphknoten, Lebermetastasen) zu beurteilen.

Behandlung

  • Chirurgie: Abhängig von der Tumorausdehnung kommt eine (teilweise) Magenentfernung (Gastrektomie oder subtotale Resektion) infrage. Bei kleineren, frühen Tumoren ist in seltenen Fällen auch eine endoskopische Resektion möglich.
  • Chemotherapie / Radiochemotherapie: Wird häufig präoperativ (neoadjuvant) oder postoperativ (adjuvant) eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern oder das Rückfallrisiko zu senken.
  • Targeted Therapy: Bei bestimmten Tumortypen (z. B. GIST) können gezielte Medikamente (Tyrosinkinase-Inhibitoren) eingesetzt werden.

Tumoren im Dünndarm

Häufige Formen

  • Adenokarzinome: Bösartige Tumoren der Dünndarmschleimhaut, vor allem im Zwölffingerdarm (Duodenum).
  • Neuroendokrine Tumoren (NET): Können hormonell aktiv sein und spezifische Symptome hervorrufen (z. B. Karzinoidsyndrom).
  • GIST: Wie im Magen können gastrointestinale Stromatumoren auch im Dünndarm auftreten.

Symptome

Dünndarmtumoren sind insgesamt eher selten und häufig lange asymptomatisch. Typische Beschwerden treten oft erst bei fortgeschrittener Erkrankung auf:

  • Unklare Bauchschmerzen
  • Blutungen (Teerstuhl, Schwarzfärbung des Stuhls)
  • Gewichtsabnahme oder Nährstoffmangel

Diagnostik

  • Endoskopische Verfahren (Gastroskopie, Kapselendoskopie, Doppelballonendoskopie): Ermöglichen eine genaue Inspektion des Dünndarms.
  • Bildgebende Verfahren: CT, MRT oder konventionelles Röntgen mit Kontrastmittel (Sellink) zur Darstellung von Engstellen oder Tumoren.
  • Hormonbestimmung: Bei Verdacht auf neuroendokrine Tumoren (z. B. Serotonin, Chromogranin A).

Behandlung

  • Operation: Je nach Lage und Größe wird der betroffene Dünndarmabschnitt entfernt, umliegende Lymphknoten werden mitentfernt.
  • Medikamente: Bei neuroendokrinen Tumoren können Somatostatin-Analoga oder Tyrosinkinase-Inhibitoren zum Einsatz kommen.
  • Adjuvante/Neoadjuvante Therapien: Chemotherapie oder Strahlentherapie spielen bei bestimmten Tumorformen eine Rolle, insbesondere wenn der Tumor schon gestreut hat.

Tumoren im Dickdarm (Kolon) und Enddarm (Rektum)

Häufige Formen

  • Kolonkarzinom: Bösartiger Tumor im Dickdarm. Am häufigsten im Bereich des S-förmigen Darmabschnitts (Sigmoid) lokalisiert.
  • Rektumkarzinom: Bösartiger Tumor im Enddarm.

Symptome

  • Veränderungen der Stuhlgewohnheiten (chronische Verstopfung, Durchfall, Wechsel von Durchfall und Verstopfung)
  • Blutauflagerungen am Stuhl oder Teerstuhl
  • Bauchschmerzen, Blähungen
  • Gewichtsverlust, Leistungsabfall

Früherkennung ist entscheidend: Regelmäßige Vorsorgekoloskopien ab dem empfohlenen Alter (in Deutschland oft ab 50 Jahren, bei familiären Risiken früher) helfen, Vorstufen (Polypen) rechtzeitig zu entdecken und zu entfernen.

Diagnostik

  • Koloskopie (Darmspiegelung): Goldstandard zur Erkennung von Polypen oder Tumoren. Dabei können auch gleich Proben entnommen oder Polypen abgetragen werden.
  • Stuhltests (z. B. auf okkultes Blut) als erste Screening-Möglichkeit.
  • Bildgebung (CT/MRT): Zur Einschätzung des Tumorstadiums (Staging), Erkennung von Metastasen (z. B. Leber, Lunge).

Behandlung

  • Chirurgie: Entfernung des betroffenen Darmabschnitts mit Lymphknoten. Bei Enddarmtumoren wird möglichst schließmuskelerhaltend operiert.
  • Neoadjuvante / Adjuvante Therapien: Beim Rektumkarzinom häufig Vorbehandlung mit Radiochemotherapie zur Verkleinerung des Tumors, anschließend Operation. Danach evtl. nochmal Chemotherapie, um Rückfälle zu verhindern.
  • Minimalinvasive Techniken: Laparoskopische oder roboterassistierte Operationen sind bei vielen Fällen Standard und ermöglichen eine schonende Vorgehensweise mit schnellerer Erholung.
  • Palliative Behandlung: Bei fortgeschrittener Tumorerkrankung richtet sich die Behandlung auf die Linderung von Symptomen (z. B. Anlage eines künstlichen Darmausgangs, Chemotherapie zur Lebensverlängerung).

Nachsorge und Lebensqualität

Unabhängig von der genauen Tumorart sind regelmäßige Nachuntersuchungen wichtig, um frühzeitig ein Wiederauftreten (Rezidiv) zu erkennen oder rechtzeitig Komplikationen zu behandeln. Die Nachsorge umfasst meist:

  • Körperliche Untersuchungen
  • Bildgebende Verfahren (Ultraschall, CT, MRT)
  • Endoskopische Kontrollen (Koloskopie, Gastroskopie)
  • Blutuntersuchungen (Tumormarker wie CEA beim Darmkrebs)

Ernährung und Lifestyle

  • Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung kann die Darmfunktion und den Allgemeinzustand verbessern.
  • Ausreichende Bewegung unterstützt den Stoffwechsel und das Immunsystem.
  • Nikotinverzicht und ein moderater Alkoholkonsum wirken sich positiv auf die Gesundheit aus.

Psychosoziale Aspekte

Die Diagnose Krebs und die darauffolgende Behandlung stellen eine große Belastung dar. Eine psychosoziale oder psychoonkologische Betreuung kann Betroffenen helfen, Ängste und Sorgen zu bewältigen. Selbsthilfegruppen und Rehabilitationsmaßnahmen fördern die körperliche und seelische Genesung.

Bei bösartigen Tumoren im Magen-Darm-Trakt ist eine frühzeitige Diagnose von großer Bedeutung. Dank moderner Untersuchungs- und Operationstechniken sowie weiterentwickelter Chemotherapie- und Bestrahlungsprotokolle haben sich die Prognosen für viele Patienten verbessert. Eine gute Nachsorge, gesunde Lebensweise und ggf. eine begleitende onkologische Rehabilitation tragen dazu bei, die Lebensqualität langfristig zu erhalten oder zu steigern.

Divertikelkrankheit – wenn sich kleine Ausstülpungen im Darm entzünden

Die Divertikelkrankheit umfasst verschiedene Stadien von Veränderungen im Dickdarm, bei denen sich sackförmige Ausstülpungen (Divertikel) in der Darmwand bilden. Diese Divertikel können über Jahre beschwerdefrei bleiben, aber auch zu Entzündungen oder Komplikationen führen. Der folgende Artikel erläutert, wie Divertikel entstehen, welche Beschwerden auftreten können und welche Behandlungsstrategien zur Verfügung stehen.

Was sind Divertikel?

Divertikel sind kleine, ballonartige Ausstülpungen der Darmwand. Am häufigsten treten sie im Bereich des Dickdarms (insbesondere im linken Kolonabschnitt, dem sogenannten Sigma) auf. Mit zunehmendem Alter kommen Divertikel häufiger vor – bei vielen Menschen werden sie zufällig entdeckt, ohne dass Beschwerden auftreten.

Divertikulose, Divertikelkrankheit und Divertikulitis

  • Divertikulose: Das bloße Vorhandensein von Divertikeln im Darm, meist ohne Beschwerden.
  • Divertikelkrankheit: Divertikel verursachen Beschwerden wie Schmerzen, Blähungen oder Verdauungsstörungen.
  • Divertikulitis: Eine Entzündung von einem oder mehreren Divertikeln. Die Entzündung kann leicht bis schwer verlaufen und unter Umständen Komplikationen wie Abszesse oder Darmdurchbruch (Perforation) nach sich ziehen.

Symptome

Solange Divertikel nicht entzündet sind, bleiben sie oft unbemerkt. Eine akute Divertikulitis hingegen macht sich typischerweise bemerkbar durch:

  • Schmerzen im linken Unterbauch (manchmal auch rechts, je nach Darmabschnitt)
  • Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
  • Veränderter Stuhlgang (Verstopfung oder Durchfall)
  • Blähungen und Druckempfindlichkeit im betroffenen Bereich

Bei Komplikationen wie einem Darmdurchbruch können starke Bauchschmerzen und Anzeichen einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) auftreten. In solchen Fällen handelt es sich um einen medizinischen Notfall.

Risikofaktoren

Mehrere Faktoren fördern die Entstehung von Divertikeln:

  • Ungenügende Ballaststoffzufuhr und faserarme Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Erbliche Veranlagung
  • Alter (Divertikel treten häufiger ab dem 50. Lebensjahr auf)

Diagnostik

Zur Abklärung einer vermuteten Divertikelkrankheit oder Divertikulitis stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:

Anamnese und körperliche Untersuchung

  • Abtasten des Bauchs, Blutdruck und Temperaturmessung, Erhebung der Symptomatik.

Laboruntersuchungen

  • Erhöhte Entzündungswerte (CRP, Leukozyten) können auf eine Entzündung hindeuten.

Bildgebende Verfahren

  • Ultraschall (Sonographie): Zeigt entzündete Darmabschnitte und eventuelle Abszesse.
  • Computertomographie (CT): Liefert eine detaillierte Darstellung des Darmes, insbesondere bei Verdacht auf Komplikationen.

Koloskopie (Darmspiegelung)

  • Wichtig zur weiteren Abklärung, insbesondere zur Ausschlussdiagnose (z. B. Tumor). In akuten Entzündungsphasen oft nur eingeschränkt möglich oder erst nach Abklingen der akuten Symptomatik empfohlen.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach Schweregrad und Ausprägung der Divertikelkrankheit.

Konservative Maßnahmen:

  • Ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, körperliche Aktivität.
  • In unkomplizierten Fällen können Antibiotika (bei leichter Divertikulitis) und krampflösende Medikamente eingesetzt werden.
  • Schmerzmittel (jedoch möglichst keine nichtsteroidalen Antirheumatika wie Ibuprofen, da sie das Risiko für Blutungen erhöhen können).

Stationäre Behandlung:

  • Schwere, akute Divertikulitis mit starken Schmerzen oder Anzeichen von Komplikationen erfordert häufig eine Krankenhauseinweisung.
  • Intravenöse Antibiotika, Schmerzbehandlung und engmaschige Überwachung.

Operative Therapie:

  • Bei wiederholten Entzündungsschüben oder Komplikationen (z. B. Perforation, Abszess, Engstellen) kann eine Operation notwendig sein.
  • Je nach Ausprägung wird ein Teil des betroffenen Darmabschnitts entfernt. In komplizierten Fällen kann ein künstlicher Darmausgang (Stoma) vorübergehend oder dauerhaft angelegt werden.
  • Minimalinvasive (laparoskopische) Techniken ermöglichen häufig eine schonendere Operation.

Vorbeugung

Eine vorbeugende Lebensweise spielt eine entscheidende Rolle, um das Risiko für die Entstehung und Entzündung von Divertikeln zu senken:

  • Ausreichende Ballaststoffzufuhr (Gemüse, Obst, Vollkornprodukte)
  • Viel trinken (Wasser, ungesüßter Tee)
  • Regelmäßige Bewegung (Spaziergänge, Ausdauersport)
  • Gesundes Körpergewicht halten bzw. Übergewicht reduzieren
  • Vermeiden von starkem Pressen beim Stuhlgang (chronische Verstopfung behandeln)

Die Divertikelkrankheit reicht von symptomlosen Divertikeln bis hin zu schweren entzündlichen Prozessen, die eine stationäre Behandlung erfordern können. Eine frühzeitige Diagnose und eine angepasste Therapie verbessern die Heilungschancen und mindern das Komplikationsrisiko. Mit einer ballaststoffreichen Ernährung, ausreichend Bewegung und einem gesunden Lebensstil lässt sich zudem viel zur Vorbeugung und zum Erhalt einer intakten Darmfunktion beitragen.

Notfallchirurgie im Bauch – wenn jede Minute zählt

Akute Bauchschmerzen zählen weltweit zu den häufigsten Gründen für einen Besuch in der Notaufnahme. Von Blinddarmentzündungen über Gallenblasenprobleme bis hin zum lebensbedrohlichen Darmverschluss: Die Notfallchirurgie im Abdomen befasst sich mit akuten, oft hochdramatischen Krankheitsbildern. Dieser Artikel gibt einen Überblick über typische Notfälle, Diagnoseverfahren und operative Behandlungsmöglichkeiten.

Häufige Krankheitsbilder in der abdominellen Notfallchirurgie

Akute Appendizitis (Blinddarmentzündung)

  • Typische Symptome: Plötzlicher Schmerzbeginn, häufig beginnend in der Nabelgegend und wandernd in den rechten Unterbauch, Übelkeit, Appetitlosigkeit und leichtes Fieber.
  • Therapie: In den meisten Fällen ist eine operative Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes (Appendektomie) erforderlich, meist minimal-invasiv (laparoskopisch).

Akute Cholezystitis (Gallenblasenentzündung)

  • Ursachen: Meist durch Gallensteine hervorgerufen, die den Gallenblasenausgang blockieren.
  • Symptome: Schmerzen im rechten Oberbauch, häufig mit Ausstrahlung in die rechte Schulter, Fieber, Übelkeit und Erbrechen.
  • Therapie: In der Regel Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie), oft ebenfalls minimal-invasiv.

Darmverschluss (Ileus)

  • Formen:
    Mechanischer Ileus: Durch Hindernisse wie Verwachsungen, Tumoren oder eingeklemmte Brüche.
    Paralytischer Ileus: Lähmungsbedingte Bewegungsunfähigkeit des Darms, z. B. nach Operationen oder bei schweren Infektionen.
  • Symptome: Aufgeblähter Bauch, starke Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, fehlender Stuhlgang und Windabgang.
  • Therapie: Je nach Ursache konservativ (Magensonde, Infusionen, engmaschige Überwachung) oder operativ (Beseitigung der Blockade, ggf. Entfernung betroffener Darmabschnitte).

Perforation im Magen-Darm-Trakt

  • Ursachen: Magen- oder Darmgeschwüre, entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn), Tumoren, Verletzungen.
  • Symptome: Plötzlich einsetzende starke Bauchschmerzen, häufig „Brettharter Bauch“ durch akute Bauchfellentzündung (Peritonitis).
  • Therapie: Notoperation zum Verschluss des Lochs oder Entfernung des perforierten Darmabschnitts, Antibiotikagabe, intensive Überwachung.

Akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)

  • Ursachen: Gallensteine, Alkoholmissbrauch, seltener Medikamente oder genetische Faktoren.
  • Symptome: Häufig starke Schmerzen im Oberbauch mit Ausstrahlung in den Rücken, Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufprobleme.
  • Therapie: Vorrangig konservativ (Infusionen, Schmerztherapie, engmaschige Überwachung). Bei Komplikationen oder Infektionen können operative oder interventionelle Verfahren (z. B. Drainagen) erforderlich werden.

Diagnostik im Akutfall

Anamnese und körperliche Untersuchung

  • Ein ausführliches Gespräch über die Krankengeschichte (Vorerkrankungen, Beginn und Charakter der Schmerzen) sowie das Abtasten des Abdomens liefern erste Hinweise auf das Krankheitsbild.
  • Zusätzlich werden Temperatur, Blutdruck und Puls gemessen, um den Kreislaufzustand einzuschätzen.

Laboruntersuchungen

  • Blutabnahme zur Bestimmung von Entzündungswerten (CRP, Leukozyten), Elektrolyten, Leber- und Nierenwerten sowie ggf. spezifischen Werten (Lipase bei Verdacht auf Pankreatitis).

Bildgebende Verfahren

  • Sonographie (Ultraschall): Erste, schnelle und strahlungsfreie Methode zur Beurteilung von Gallenblase, Leber, Bauchspeicheldrüse und freier Flüssigkeit im Bauchraum.
  • Röntgenuntersuchung: Kann Hinweise auf einen Darmverschluss (Ileus), freie Luft bei Perforation und andere Auffälligkeiten liefern.
  • Computertomographie (CT): Goldstandard zur genauen Darstellung des Abdomens bei unklaren Befunden oder Verdacht auf Komplikationen (Abszesse, Perforationen, Tumoren).

Endoskopie

  • Bei gastrointestinalen Blutungen oder Verdacht auf Perforation von Magen oder Zwölffingerdarm kann eine Gastroskopie (Magenspiegelung) oder Koloskopie (Darmspiegelung) zu Diagnose und ggf. direkter Behandlung beitragen.

Operative und konservative Therapieansätze

  • Notoperation: Bei akuten, lebensbedrohlichen Befunden (z. B. Perforation, akuter Darmverschluss, schwere Appendizitis) ist eine sofortige Operation oft unvermeidlich, um Komplikationen wie Sepsis und Organversagen zu verhindern.
  • Minimalinvasive Verfahren: Wo möglich, werden heute laparoskopische (Schlüsselloch-)Techniken eingesetzt, um das operative Trauma zu minimieren und die Genesung zu beschleunigen.
  • Konservative Behandlung: Manche akute Bauchbeschwerden können zunächst konservativ (Infusionstherapie, Schmerzmittel, Antibiotika, Magensonde zur Entlastung) behandelt und engmaschig überwacht werden. Dies ist insbesondere bei Pankreatitis oder einem beginnenden Ileus möglich.

Wundversorgung und Nachsorge

Intensive Überwachung

  • Im Anschluss an eine Notoperation ist häufig eine Überwachung auf der Intensivstation erforderlich, um mögliche Komplikationen (Infektionen, Nachblutungen, Organversagen) frühzeitig zu erkennen.

Ernährung und Rehabilitation

  • Nach Eingriffen am Magen-Darm-Trakt wird oft eine schonende Kostaufbau-Phase mit zunächst flüssiger und breiiger Nahrung empfohlen.
  • Physiotherapie und Mobilisation helfen, die Darmtätigkeit wieder in Gang zu bringen und den Kreislauf zu stabilisieren.

Wundkontrolle und Nachbehandlung

  • Bei offenen Operationswunden sind regelmäßige Verbandwechsel und Kontrollen notwendig. Nach minimalinvasiven Eingriffen genügen meist kleinere Verbände.
  • Falls Drainagen gelegt wurden, um Flüssigkeit oder Eiter abzuleiten, werden diese in der Regel nach einigen Tagen entfernt.

Weitreichende Nachsorge

  • Je nach Erkrankung und Befund können weitere Untersuchungen (Ultraschallkontrollen, Bluttests, Endoskopien) zum Ausschluss von Rückfällen oder Komplikationen erforderlich sein.

Die Notfallchirurgie im Abdomen ist ein hochdynamisches Fachgebiet, in dem oftmals rasches Handeln über den weiteren Verlauf und die Prognose entscheidet. Eine umgehende und präzise Diagnose, ergänzt durch moderne minimalinvasive Techniken und eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit, sind die Grundlagen einer erfolgreichen Behandlung akuter Bauchnotfälle. Mit einer zeitnahen Operation, sorgfältiger Nachsorge und eventuell anschließender Rehabilitation lässt sich für viele Patienten eine schnelle Genesung und Rückkehr in den Alltag erreichen.

Unser Fachteam für Viszeralchirurgie bietet umfassende Diagnose- und Behandlungsoptionen für Patienten mit Refluxkrankheit. Wenn Sie Beschwerden haben, die auf eine Refluxkrankheit hindeuten könnten, kontaktieren Sie uns für eine Beratung und um mehr über Ihre Behandlungsmöglichkeiten zu erfahren.

Tel: 09161-70-3587

E-Mail: chirurgie@kliniken-nea.de

Bitte bringen Sie zu dem Termin ihre Gesundheitskarte, einen Einweisungsschein, Ihren Medikamentenplan, relevante Vorbefunde (insbesondere zu etwaigen Voroperationen am Bauch).

Sprechstundentermine:

Freitag 08:30 bis 11:30

Gefäßchirurgie

  • Behandlung der Schaufensterkrankheit interventionell oder operativ (Bypasschirurgie)
  • Behandlung von Krampfaderleiden
  • Behandlung chronischer Wunden
  • Behandlung von zentralen und peripheren Aneurysmen, operativ und endovaskulär
  • Zugangswege zur Dialyse (Shuntchirurgie)

Ein Dialyseshunt, auch bekannt als arteriovenöser (AV) Shunt, ist eine lebenswichtige chirurgische Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene, die speziell für Patienten geschaffen wird, die eine regelmäßige Hämodialysebehandlung benötigen. Diese künstliche Verbindung wird meist im Arm angelegt und erleichtert den wiederholten Zugang zum Blutkreislauf für die Dialyse, eine Behandlung, die notwendig ist, wenn die Nieren nicht mehr in der Lage sind, das Blut effektiv zu filtern.

Warum sind Dialyseshunts notwendig?

Für Patienten mit chronischem Nierenversagen ist eine effiziente Dialysebehandlung entscheidend, um Abfallprodukte und überschüssiges Wasser aus dem Blut zu entfernen. Ein gut funktionierender Shunt bietet einen dauerhaften und zuverlässigen Zugang zum Blutkreislauf, der für die Durchführung der Dialyse notwendig ist.

Arten von Dialyseshunts:

  • Arteriovenöse Fistel (AVF): Eine direkte Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene, vorzugsweise im Unterarm, die einen robusten und langlebigen Zugang für die Dialyse bietet.
  • Arteriovenöser Graft (AVG): Eine synthetische Röhre, die als Brücke zwischen Arterie und Vene dient, wenn die direkte Schaffung einer Fistel nicht möglich ist.

Reifungsprozess und strategische Planung von Dialyseshunts

Die erfolgreiche Anlage eines Dialyseshunts ist ein entscheidender Schritt in der Vorbereitung auf eine regelmäßige Hämodialysebehandlung für Patienten mit fortgeschrittenem Nierenversagen. Ein neu angelegter Shunt benötigt in der Regel bis zu 6 Wochen Zeit, um sich zu „reifen“ – das heißt, bis er vollständig verheilt ist und die Venen ausreichend erweitert sind, um den hohen Blutfluss, der für die Dialyse erforderlich ist, zu unterstützen.

Strategische Überlegungen bei der Shuntanlage

Bei der Entscheidung über die optimale Stelle für die Anlage eines Shunts werden mehrere Faktoren berücksichtigt. Oft werden die Shunts zunächst bei grenzwertig großen Venen am Unterarm angelegt. Diese Venen können sich möglicherweise im Verlauf nicht ausreichend reifen, um für die Dialyse genutzt zu werden. In solchen Fällen ist es notwendig, den Shunt weiter oben am Oberarm anzulegen.

Diese strategische Vorgehensweise wird gewählt, weil nach einem zunächst am Unterarm angelegten Shunt problemlos weiter hoch am Oberarm ein neuer Shunt angelegt werden kann, sollte der ursprüngliche Shunt sich nicht wie gewünscht reifen. Die umgekehrte Vorgehensweise – von einem Oberarmshunt zu einem Unterarmshunt zu wechseln – ist oft nicht möglich oder mit höheren Risiken verbunden. Dies liegt daran, dass die Verfügbarkeit geeigneter Venen am Unterarm durch einen vorausgegangenen Oberarmshunt eingeschränkt sein kann.

Wichtigkeit der sorgfältigen Planung und Überwachung

Diese strategische Planung unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Auswahl der Shuntlokalisation durch erfahrene Gefäßchirurgen und Nephrologen. Eine regelmäßige Überwachung des Reifungsprozesses des Shunts ist entscheidend, um frühzeitig festzustellen, ob der Shunt für die Dialyse geeignet sein wird oder ob Anpassungen vorgenommen werden müssen.

Unser interdisziplinäres Team aus Fachleuten arbeitet eng zusammen, um sicherzustellen, dass jeder Schritt des Prozesses – von der Anlage des Shunts bis zu seiner Reifung und Nutzung für die Dialyse – optimal unterstützt wird. Wir sind bestrebt, die bestmöglichen Bedingungen für die Dialysebehandlung unserer Patienten zu schaffen und dabei die langfristige Venenerhaltung zu priorisieren.

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit, auch bekannt als Schaufensterkrankheit, ist eine ernsthafte, jedoch behandelbare Erkrankung, bei der die Arterien in den Beinen verengt sind und den Blutfluss zu den Muskeln während der Bewegung einschränken. Dies führt oft zu Schmerzen und Krämpfen in den Beinen, insbesondere beim Gehen, was Betroffene dazu zwingt, häufig anzuhalten – daher der Name „Schaufensterkrankheit“.

Wie macht sich die PAVK bemerkbar?

  • Schmerzen und Krämpfe in den Beinmuskeln beim Gehen oder Treppensteigen
  • Kältegefühl in Fuß oder Unterschenkel
  • Taubheitsgefühl oder Schwäche in den Beinen
  • Veränderungen der Hautfarbe an den Beinen
  • Verzögerte Heilung von Wunden an den Beinen oder Füßen

Wie wird die PAVK diagnostiziert?

Die Diagnose der PAVK erfolgt durch eine körperliche Untersuchung, Anamnese und spezifische Tests wie den Knöchel-Arm-Index (ABI), Ultraschalluntersuchungen und gegebenenfalls Angiographie, um den Schweregrad und die genaue Lage der Verengungen oder Verschlüsse zu bestimmen.

Wie sieht die Behandlung der PAVK aus?

Die Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit zielt darauf ab, den Blutfluss in den betroffenen Extremitäten zu verbessern, Schmerzen zu lindern, die Lebensqualität zu erhöhen und das Risiko von Komplikationen zu minimieren. Wenn Lebensstiländerungen und Medikamente nicht ausreichen, stehen verschiedene interventionelle und operative Verfahren zur Verfügung:

Interventionelle Verfahren:

Für Patienten mit peripherer arteriellen Verschlusskrankheit, bei denen konservative Behandlungsmethoden keine ausreichende Linderung bieten, stehen verschiedene interventionelle Verfahren zur Verfügung. Diese hochspezialisierten Eingriffe werden im Rahmen unserer engen Kooperation mit der Abteilung für Kardiologie von erfahrenen interventionellen Kardiologen im Herzkatheterlabor durchgeführt. Ziel ist es, den Blutfluss in den betroffenen Extremitäten zu verbessern und so die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu erhöhen.

Angioplastie und Stentimplantation

Die Angioplastie ist ein minimal-invasives Verfahren, bei dem ein dünner Katheter durch eine kleine Einstichstelle in der Haut zu der verengten Stelle in der Arterie vorgeschoben wird. Ein am Ende des Katheters befestigter Ballon wird aufgeblasen, um die Verengung zu weiten. Oft wird dabei ein Stent eingesetzt, um die Arterie dauerhaft offen zu halten. Die gesamte Prozedur wird von interventionellen Kardiologen im Herzkatheterlabor mit größter Präzision und unter kontinuierlicher bildgebender Kontrolle durchgeführt.

Operative Behandlung:

  • Bypass-Operation: Bei schweren Blockaden kann eine Bypass-Operation erforderlich sein, bei der ein Gefäßabschnitt (entweder ein gesundes Blutgefäß des Patienten oder ein synthetisches Gefäß) verwendet wird, um den Blutfluss um die verstopfte oder verengte Arterie herumzuleiten.
  • Endarteriektomie: Ein chirurgischer Eingriff, bei dem die innere Auskleidung einer verstopften Arterie entfernt wird, um den Blutfluss zu verbessern. Dieses Verfahren wird häufig an den Halsschlagadern durchgeführt, kann aber auch bei bestimmten Patienten mit PAVK angewendet werden.

Lebensstiländerungen und Selbstmanagement:

  • Aufhören mit dem Rauchen
  • Regelmäßige Bewegung
  • Gesunde Ernährung
  • Gewichtskontrolle
  • Blutdruck- und Cholesterinspiegel überwachen

Die Bauchaortenstenose ist eine ernsthafte Erkrankung, bei der die Hauptschlagader des Bauches (Aorta) verengt oder blockiert ist, was den Blutfluss zu den unteren Extremitäten und Organen beeinträchtigt. Diese Erkrankung kann schwerwiegende Komplikationen verursachen, wie Schmerzen in den Beinen, Geschwüre, Nierenprobleme und in extremen Fällen lebensbedrohliche Notfälle wie ein akuter Aortenverschluss.

Wie macht sich eine Verschlusserkrankung der Bauchaorta bemerkbar?

  • Schmerzen im Bauch- oder Lendenbereich
  • Schmerzen oder Schwäche in den Beinen, insbesondere beim Gehen
  • Blässe oder Kältegefühl in den Beinen
  • Verdauungsprobleme oder ungewollter Gewichtsverlust
  • Hoher Blutdruck, besonders in Verbindung mit Niereninsuffizienz

Wie wird die Bauchaortenstenose diagnostiziert?

Zur Diagnose der Bauchaortenstenose werden neben der körperlichen Untersuchung bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT-Angiographie oder MRT-Angiographie eingesetzt. Diese ermöglichen eine genaue Lokalisation und Einschätzung des Schweregrads der Verengung oder des Verschlusses.

Wie sieht die Behandlung der Verschlusserkrankung der Bauchaorta aus?

Behandlung ist es, den Blutfluss zu verbessern, Symptome zu lindern und das Risiko schwerer Komplikationen zu minimieren. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen:

Interventionelle Verfahren:

Angioplastie und Stentimplantation: Ein Katheter wird in die verengte Stelle der Aorta eingeführt, um die Verengung mit einem Ballon zu weiten. Oft wird ein Stent eingesetzt, um die Aorta länger offen zu halten.

Angioplastie und Stentimplantation

Die Angioplastie ist ein minimal-invasives Verfahren, bei dem ein dünner Katheter durch eine kleine Einstichstelle in der Haut zu der verengten Stelle in der Arterie vorgeschoben wird. Ein am Ende des Katheters befestigter Ballon wird aufgeblasen, um die Verengung zu weiten. Oft wird dabei ein Stent eingesetzt, um die Arterie dauerhaft offen zu halten. Die gesamte Prozedur wird von interventionellen Kardiologen im Herzkatheterlabor mit größter Präzision und unter kontinuierlicher bildgebender Kontrolle durchgeführt.

Operative Behandlung:

  • Bypass-Operation: Bei schweren Verschlüssen und sehr kranken Patienten, für die eine Aortenoperation zu gefährlich ist, kann ein Bypass vom Arm bis zu beiden Leisten notwendig sein, um den Blutfluss um die verengte Stelle zu leiten.
  • Endarteriektomie: Ein chirurgischer Eingriff, bei dem die innere Auskleidung einer verstopften Aorta entfernt wird, um den Blutfluss zu verbessern.

Lebensstiländerungen und Selbstmanagement:

  • Verzicht auf Rauchen
  • Gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Regelmäßige körperliche Aktivität
  • Kontrolle von Bluthochdruck und Cholesterinspiegel

Durch rechtzeitige Diagnose und gezielte Therapie kann die Lebensqualität verbessert und das Risiko schwerer Komplikationen reduziert werden.

Beinvarikose, auch bekannt als Krampfadern, sind erweiterte, verdrehte Venen, die vor allem an den Beinen auftreten und deutlich unter der Haut sichtbar sind. Sie entstehen, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren, wodurch sich das Blut in den Venen staut. Obwohl Krampfadern meistens eine kosmetische Besorgnis darstellen, können sie ohne Behandlung zu Schmerzen, Schweregefühl und sogar zu ernsteren Gesundheitsproblemen führen.

Wie macht sich eine Varikose bemerkbar?

  • Sichtbare, blaue oder dunkelviolette Venen, oft geschwungen oder knotig
  • Schmerzen, Brennen oder Schweregefühl in den Beinen, besonders nach langem Stehen oder Sitzen
  • Schwellungen, besonders in den Knöcheln und Füßen
  • Juckreiz um die betroffenen Venen
  • Verfärbungen und Hautverdickungen an den Beinen bei fortgeschrittener Varikose

Wie wird eine Varikose diagnostiziert?

Die Diagnose basiert in der Regel auf einer körperlichen Untersuchung und der Krankengeschichte. Ultraschalluntersuchungen können ebenfalls eingesetzt werden, um die Struktur der Venen detailliert zu betrachten und die Funktion der Venenklappen zu bewerten.

Wie sieht die Behandlung einer Varikose aus?

Die Behandlung von Krampfadern zielt darauf ab, Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und das kosmetische Erscheinungsbild zu verbessern. Zu den Behandlungsoptionen gehören:

Konservative Maßnahmen:

  • Kompressionsstrümpfe: Das Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen ist eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen zur Unterstützung des venösen Blutflusses. Sie üben einen graduellen Druck auf die Beine aus, was hilft, die Venen zu komprimieren und die Durchblutung zu verbessern. Es gibt verschiedene Stärken der Kompression, die je nach Schweregrad der Varikose und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ausgewählt werden.
  • Gewichtsmanagement: Ein gesundes Körpergewicht reduziert den Druck auf die Venen in den Beinen und kann helfen, die Symptome der Varikose zu verringern und deren Fortschreiten zu verlangsamen.
  • Regelmäßige Bewegung: Bewegung, insbesondere Gehen, fördert die Muskelpumpe in den Beinen, was den Rückfluss des Blutes zum Herzen unterstützt. Regelmäßige körperliche Aktivität kann auch helfen, das Gewicht zu kontrollieren und die allgemeine Venengesundheit zu verbessern.

Operative Verfahren:

  • Venenstripping: Bei diesem chirurgischen Eingriff werden die betroffenen Venen komplett entfernt. Unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie werden kleine Schnitte gemacht, um die Krampfader herauszuziehen. Venenstripping wird typischerweise für größere Varizen angewendet und kann eine längere Erholungszeit erfordern.
  • Phlebektomie: Eine Technik, bei der mehrere kleine Schnitte entlang der Vene gemacht werden, um kleinere Krampfadern zu entfernen. Dieses Verfahren kann unter lokaler Betäubung durchgeführt werden und ist oft mit minimalen Schmerzen und einer schnellen Erholung verbunden.

Minimal-invasive Verfahren
(in unserer Klinik nicht möglich, für diese Methode wenden Sie sich an eine phlebologische Praxis)

  • Sklerotherapie: Bei dieser Technik wird eine chemische Lösung oder ein Schaum in die Krampfadern injiziert, was zur Schrumpfung und zum Verschluss der Vene führt. Die Sklerotherapie eignet sich besonders für kleinere Varizen und Besenreiser.
  • Endovenöse Lasertherapie (EVLT) und Radiofrequenzablation: Beide Verfahren nutzen Wärme, um die betroffenen Venen von innen zu verschließen. Unter Ultraschallführung wird ein dünner Katheter in die Vene eingeführt, durch den Laserlicht oder Radiowellen gesendet werden. Diese Techniken sind effektiv für größere Krampfadern und bieten den Vorteil einer schnellen Erholung und minimaler Narbenbildung.

Besenreiser: Eine Sonderform der Beinvarikose

Besenreiser sind eine feine, oberflächliche Form der Varikose, die als kleine, spinnwebartige oder baumartig verzweigte Venenmuster hauptsächlich an den Beinen auftreten. Sie sind deutlich feiner als Krampfadern, oft rot oder blau gefärbt und durch die Haut sichtbar. Besenreiser stellen in den meisten Fällen ein rein kosmetisches Problem dar und sind in der Regel harmlos, ohne die typischen Symptome wie Schmerzen, Schweregefühl oder Schwellungen, die mit größeren Krampfadern verbunden sein können.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Entstehung von Besenreisern kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden, darunter genetische Veranlagung, Alter, Geschlecht (häufiger bei Frauen), Schwangerschaft, langanhaltendes Stehen oder Sitzen sowie hormonelle Einflüsse.

Kosmetische Behandlungsoptionen

Obwohl Besenreiser keine gesundheitlichen Beschwerden verursachen, wünschen sich viele Betroffene aus ästhetischen Gründen eine Behandlung. Zu den effektivsten Behandlungsmethoden gehören:

  • Sklerotherapie: Eine minimal-invasive Technik, bei der eine spezielle Lösung in die Besenreiser injiziert wird, was zu deren Verklebung und schließlichem Verblassen führt.
  • Lasertherapie: Bei dieser Methode werden Laserlichtimpulse auf die Besenreiser gerichtet, um sie zu erhitzen und verschwinden zu lassen. Die Lasertherapie ist besonders geeignet für sehr feine Besenreiser.

Ein Portkatheter, oft einfach „Port“ genannt, ist ein kleines medizinisches Gerät, das unter die Haut implantiert wird, um langfristigen Zugang zu den Blutgefäßen zu ermöglichen. Dieses System wird besonders häufig bei Patienten eingesetzt, die über einen längeren Zeitraum Chemotherapie, intravenöse Medikamente oder künstliche Ernährung benötigen. Ein Port erleichtert wiederholte Eingriffe, da das häufige Legen von Venenkanülen umgangen wird.

Was ist ein Portkatheter?

Ein Portkatheter besteht aus zwei Hauptteilen: einem kleinen, runden Reservoir (dem Port) und einem daran angeschlossenen dünnen Schlauch (dem Katheter). Das Reservoir wird unter die Haut eingesetzt und der Katheter führt in eine zentrale Vene, die das Blut effizient in den Körper leitet. Der Port wird durch die Haut hindurch angestochen, um Medikamente oder Nährstoffe direkt in den Blutkreislauf zu verabreichen.

Wo wird ein Portkatheter eingebaut?

Ein Portkatheter wird üblicherweise unter der Haut im Bereich des Brustkorbs, oft unterhalb des Schlüsselbeins, implantiert. Der Eingriff erfolgt in einem sterilen Umfeld, meist unter örtlicher Betäubung oder leichten Beruhigungsmitteln. Der Katheter wird dann durch eine große Vene bis nahe am Herzen platziert, wo er eine sichere und schnelle Verteilung der Medikamente im Blutkreislauf gewährleistet.

Wie wird ein Portkatheter benutzt?

Nach der Implantation kann der Port sofort oder nach einer kurzen Heilungsphase verwendet werden. Eine spezielle Nadel (Huber-Nadel) wird durch die Haut in das Reservoir eingeführt, um Zugang zum Katheter zu erhalten. Dies ermöglicht die schmerzfreie Verabreichung von Chemotherapie, Ernährungslösungen oder anderen intravenösen Medikamenten.

Vorteile eines Portkatheters

  • Schonender für die Venen, da wiederholte Einstiche vermieden werden
  • Geringeres Infektionsrisiko im Vergleich zu herkömmlichen Venenkathetern
  • Komfort und Bewegungsfreiheit für den Patienten im Alltag
  • Langanhaltende Verwendbarkeit, oft über Monate oder Jahre

Pflege und Wartung des Portkatheters

Um Infektionen und Verstopfungen zu verhindern, muss der Portkatheter regelmäßig gespült und desinfiziert werden. Dies geschieht in der Regel in regelmäßigen Abständen durch medizinisches Fachpersonal.

Die Portimplantation bietet Patienten mit chronischen oder langwierigen Erkrankungen einen sicheren und komfortablen Zugang zur intravenösen Therapie, verbessert die Lebensqualität und erleichtert die medizinische Versorgung.

Die Wundbehandlung umfasst alle Maßnahmen, die dazu beitragen, die Heilung einer Wunde zu fördern und Infektionen zu vermeiden. Ob akute Verletzungen wie Schnitte und Schürfwunden oder chronische Wunden durch Erkrankungen wie Diabetes – eine sorgfältige Wundversorgung ist entscheidend für den Heilungsprozess und das Wohlbefinden des Patienten.

Unser Fachteam für Gefäßmedizin bietet umfassende Diagnose- und Behandlungsoptionen für Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Wenn Sie Beschwerden haben, die auf eine PAVK hindeuten könnten, kontaktieren Sie uns für eine Beratung und um mehr über Ihre Behandlungsmöglichkeiten zu erfahren.

Tel: 09161-70-3587

E-Mail: gefaesschirurgie@kliniken-nea.de

Bitte bringen Sie zu dem Termin ihre Gesundheitskarte, einen Einweisungsschein, Ihren Medikamentenplan, relevante Vorbefunde (insbesondere zu etwaigen Voroperationen an Gefäßen) mit.

Bei Zeichen einer akuten Durchblutungsstörung, stellen Sie sich bitte umgehend in der nächstgelegenen Notaufnahme vor!

Sprechstundentermine:

  • Gefäßsprechstunde: Montag 08:30 bis 10:00, Dienstag 08:30 bis 12:00
  • Privatsprechstunde: Freitag 08:30 bis 09:30

Hernienzentrum Neustadt Aisch

Im Hernienzentrum der Klinik Neustadt a.d. Aisch wird unter der Leitung von Oberarzt Dr. Beyer eine auf jeden Patienten individuell abgestimmte Diagnostik und Therapie durchgeführt. In der sogenannten Herniensprechstunde, die wöchentlich angeboten wird, werden Sie von erfahrenen ChirurgInnen ausführlich beraten und das weitere Vorgehen mit Ihnen besprochen.

Die Zertifizierung als Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie wurde uns durch die „Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Hernien“ der „Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie“ im Januar 2021 verliehen. Um dies zu erreichen erfolgte eine externe Überprüfung unserer Operationsqualität und der Behandlungsabläufe in Anlehnung an die aktuellen Leitlinien. Wir sehen uns in der Pflicht, anhand der beschriebenen Kriterien sehr sorgfältig und gemeinsam mit den PatientInnen abzuwägen, ob eine Operation überhaupt erforderlich ist und welches Operationsverfahren in Betracht gezogen wird.

Hernienzentrum Neustadt Aisch

Im Hernienzentrum der Klinik Neustadt a.d. Aisch wird unter der Leitung von Oberarzt Dr. Beyer eine auf jeden Patienten individuell abgestimmte Diagnostik und Therapie durchgeführt. In der sogenannten Herniensprechstunde, die wöchentlich angeboten wird, werden Sie von erfahrenen ChirurgInnen ausführlich beraten und das weitere Vorgehen mit Ihnen besprochen.

Die Zertifizierung als Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie wurde uns durch die „Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Hernien“ der „Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie“ im Januar 2021 verliehen. Um dies zu erreichen erfolgte eine externe Überprüfung unserer Operationsqualität und der Behandlungsabläufe in Anlehnung an die aktuellen Leitlinien. Wir sehen uns in der Pflicht, anhand der beschriebenen Kriterien sehr sorgfältig und gemeinsam mit den PatientInnen abzuwägen, ob eine Operation überhaupt erforderlich ist und welches Operationsverfahren in Betracht gezogen wird.

Was ist eine Hernie

Hernie leitet sich von dem griechischen Wort hérnos (Knospe, Spross) ab und ist der medizinische Fachbegriff für einen Eingeweidebruch, bei dem sich durch eine Schwachstelle des Bindegewebes (Bruchlücke) verschiedene Strukturen wie Fettgewebe oder Darmanteile (Bruchinhalt) durch die Bauchwand mehr oder weniger sichtbar vorwölben.
Sie können an verschiedenen Stellen im Körper auftreten, z.B. an der Leiste, am Nabel, an ehemaligen OP-Narben oder der Umgebung eines künstlichen Darmausgangs (sog. parastomale Hernie).
Daneben gibt es auch sog. innere Hernien, die z.B. am Zwerchfell entstehen können.

Wie entsteht eine Hernie?

Meistens entstehen Bauchwandbrüche an anatomischen Schwachstellen, zum Beispiel im Bereich des Nabels oder der Leistenkanäle. Begünstigt wird deren Auftreten, wenn eine Bindegewebsschwäche oder ein Nachlassen der Gewebefestigkeit im Alter dazu kommen. Ursache für den Bruch ist dann meistens ein zu hoher Druck im Bauchraum, wie er beim Husten (z.B. chronischer Husten bei Rauchern, COPD, Asthma), vermehrtes Pressen beim Stuhlgang (bei Neigung zu Verstopfung) oder schwere körperliche Arbeiten sowie nach einer Schwangerschaft oder im Rahmen einer Gewichtszunahme entstehen kann.

Wie macht sich eine Hernie bemerkbar?

Kleinere Brüche werden oftmals vom Patienten kaum bemerkt, können auch lange Zeit größenstabil bleiben und vom Patienten selbst immer wieder „zurückgedrückt“ werden.
Viele Patienten klagen zunächst über belastungsabhänge Schmerzen oder ein Ziehen im betroffenen Bereich, das vor allem beim Husten, Pressen, Niesen oder bei körperlicher Aktivität sowie nach längerem Stehen auftritt. Im Liegen sind diese Beschwerden meist rückläufig. Eine Vorwölbung im betroffenen Bereich muss nicht immer sicht- oder tastbar sein.
Aber auch kleine Brüche bergen immer die Gefahr, dass der Bruchinhalt in der Bruchlücke so eingeklemmt wird, dass es zu Absterben des Bruchinhaltes (sog. Inkarzeration mit Absterben von z.B. Darmanteilen), einem Darmverschluss (Ileus) und einer u.U. lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) kommen kann, weshalb die OP-Indikation prinzipiell gegeben ist.

Im Falle einer Einklemmung treten akute, starke Schmerzen im Bereich des Bruches auf. Die Schwellung ist dann druckschmerzhaft und lässt sich in der Regel nicht mehr zurückdrücken. Wenn sie solche Symptome bei sich feststellen (u.U. auch Übelkeit, Fieber oder Stuhlverhalt), suchen Sie bitte umgehend die nächstgelegene Notaufnahme auf. Die Einklemmung ist eine lebensbedrohliche Komplikation von Bauchwandbrüchen, die eine Notfalloperation erfordert.

Wie wird eine Hernie diagnostiziert?

Durch eine körperliche Untersuchung kann ein/e Arzt/Ärztin feststellen ob eine Hernie vorliegt. Meist ist noch eine dynamische Ultraschalluntersuchung der Bauchwand erforderlich.
Bei unklaren Fällen, einem sehr großen Befund oder schweren Begleiterkrankungen kann es notwendig sein noch eine weiterführende Bildgebung vornehmen zu lassen (CT/MRT).
Bei Zwerchfellhernien können ggfs. weitere Untersuchungen (z. B. Magenspiegelung, pH-Metrie, Ösophagusmanometrie) sinnvoll sein.

Wie sieht die Behandlung einer Hernie aus?

Da Hernien sich nicht von selbst zurückbilden, im Verlauf oft größer werden und die Gefahr einer Inkarzeration auch bei kleinen Brüchen besteht, erfolgt die dauerhafte Behandlung i.d.R. operativ.
Wie dringend eine Operation ist, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden des Patienten sind und sollte auch unter Berücksichtigung des Eingriffsrisikos entschieden werden.
Welches OP-Verfahren bei Ihnen angewandt wird ist abhängig von der Lokalisation und der Größe des Bruchs, Ihrem Alter/Allgemeinzustand und dem Ausmaß der Begleiterkrankungen und der ggf. bereits erfolgten Voroperationen. In unserer Herniensprechstunde werden Ihnen Vor– und Nachteile der unterschiedlichen OP-Methoden erläutert, auf Ihre aktuelle Situation angepasst und das beste Verfahren zusammen mit Ihnen ausgewählt.

Je nach Art und Ausprägung des Eingeweidebruchs kann in offener Technik oder minimal-invasiv/laparoskopisch („Schlüsselloch-Technik“) operiert werden. Im Hernienzentrum Neustadt Aisch steht uns ein morderner Endoskopietechnik mit hochauflösender Bildgbung und der Möglichkeit einer 3D-Darstellung zur Verfügung. Bei Komplexen Eingiffen besteht zusätzlich die Möglichkeit einer Darstellung der Gefäße mit einem fluoreszierendem Farbstoff (ICG).

Kleinere Brüche können oftmals direkt durch eine Naht verschlossen werden. Mit zunehmender Größe ist oft die Verstärkung der Bauchwand durch die Einlage eines Kunststoffnetzes nötig um ein erneutes Auftreten des Bruches zu vermeiden.

Formen der Bauchwandhernie und OP-Verfahren

In den folgenden Abschnitten werden die verschiedenen Formen von Bauchwandhernien und die unterschiedlichen OP-Verfahren, die im Hernienzentrum Neustadt a.d. Aisch angeboten werden genauer erklärt:

  • Leistenhernie
  • Ventralhernien
  • Narbenhernie
  • Hiatushernie (Zwerchfellbruch)

Herniamed-Studie

Eine wesentliche Säule der Zertifizierung war und ist die Teilnahme an der Qualitätssicherungsstudie Herniamed. Die Eingabe der Patientendaten in ein Hernienregister ermöglicht hierbei die Qualitätssicherung in der Hernienchirurgie. Neben Angaben zu Begleiterkrankungen und Voroperationen werden Daten zu Operationsverfahren und -verlauf sowie zu Komplikationen ausgewertet. Jeder Patient gibt für die Hinterlegung seiner Daten im Vorfeld seine Einwilligung. Eine eventuelle Ablehnung hat keinen Einfluss auf die Auswahl des Operationsverfahrens oder dessen Durchführung.

Was ist eine Leistenhernie?

Die häufigste Form der Bauchwandhernien stellt der Leistenbruch dar. Männer sind hiervon häufiger betroffen, weil sich die Hoden sich in der Embryonalentwicklung aus dem Bauchraum durch den Leistenkanal in Richtung Hodensack entwickeln und der Leistenkanal dadurch eine Schwachstelle der Bauchwand darstellt.
Es gibt prinzipiell drei verschiedene Operationsverfahren:

  • minimal-invasive Technik mit Einbringen eines Kunststoffnetzes (TEP, TAPP)
  • offenes Verfahren mit Einbringen eines Kunststoffnetzes (OP nach Lichtenstein)
  • offenes Verfahren nur mit Naht (OP nach Shouldice)

Die Operationsindikation wird gestellt sobald ein Leistenbruch Beschwerden verursacht und/oder an Größe zunimmt.

Aufgrund der schnelleren Rekonvaleszenz und geringeren Wahrscheinlichkeit von Wundinfektionen kommen zunehmend minimalinvasive Operationen zum Einsatz, bei welchen über eine Bauchspiegelung also „von innen“ ein Kunststoffnetz in den Raum zwischen Bauchfell und Bauchdecke vor die Bruchpforte implantiert wird. Dieses Kunststoffnetz wächst mit der Zeit ein und verstärkt langfristig die Bauchdecke um ein erneutes Auftreten eines Bruches (Rezidiv) zu verhindern. Vorteil dieser Methode ist auch, dass ein bislang unentdeckter Bruch auf der Gegenseite in der OP mitversorgt werden kann, falls dies gewünscht ist.

TAPP

Bei der transabdominellen präperitonealen Plastik (TAPP) werden über drei kleine Hautschnitte eine Kameraoptik und zwei Arbeitsinstrumente in den Bauchraum eingeführt und dieser mit CO2-Gas soweit „aufgepumpt“, dass ein sicheres Arbeiten unter guter Sicht möglich ist. Mit dem Blick von innen auf die Bauchdecke wird ein Kunststoffnetz hierbei so zwischen Bauchfell und Bauchwand platziert, dass es die Bruchlücke mit ausreichendem Abstand abdeckt.
Die Bauchfellöffnung, die notwendig ist, um die Bruchpforte zu präparieren, wird im Anschluss wieder mit einer Naht verschlossen, damit ein direkter Kontakt zwischen Netz und Darmschlingen vermieden wird.

TEP

Bei der total extraperitonealen Patch-Plastik (TEP) wird das Bauchfell (Peritoneum) nicht eröffnet. Dadurch minimiert sich das Risiko innere Organe (wie beispielsweise den Darm) zu verletzen. Zunächst wird hier über einen kleinen Hautschnitt im Bereich des Nabels eine Kameraoptik zwischen Bauchdecke und Bauchfell eingebracht und ebenfalls CO2-Gas in den Raum geleitet. Über zwei weitere kleine Hautschnitte werden Arbeitsinstrumente eingeführt, mit denen nun identisch zu den offenen Operationen der Bruchsack vorsichtig freigelegt und der Bruchinhalt in die Bauchhöhle zurückverlagert wird. Um die Leistengegend von innen komplett zu überdecken, wird auch hier ein Kunststoffnetz zur Stabilisierung eingebracht.

Lichtenstein-OP

Sollte aufgrund einer vorbestehenden Herz- oder Lungenerkrankungen oder durch die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten (z.B. Marcumar, Eliquis, Xarelto etc.) das OP-Risiko erhöht sein, raten wir zu einem offenen Verfahren mit Netzeinlage. Bei der sog. Lichtenstein-OP wird durch einen ca. 5-8 cm langen Hautschnitt im Bereich der Leiste „von außen“ ein selbsthaftendes Kunststoffnetz in die Bauchdecke eingebracht, dass die Hinterwand des Leistenkanals verstärken soll.
Dieses Vorgehen kommt ebenfalls zur Anwendung, wenn nach großen Bauchoperationen in der Vergangenheit Narben in der Bauchdecke vorliegen oder der Bruch sehr groß ist.

Shouldice-OP

Bei Kindern und Jugendlichen mit stabilem Bindegewebe und kleinen Brüchen sowie bei Erwachsenen, die keine Versorgung mit einem Kunststoffnetz wünschen, kann eine offene Operation mit Bruchpfortenverschluss durch Naht ohne zusätzliche Netzimplantation erfolgen. Bei dieser OP erfolgt die Rekonstruktion der Leistenkanalhinterwand und Bruchlücke durch Doppelung von körpereigenem Fasziengewebe.
Da die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens eines Leistenbruchs bei OP-Verfahren ohne Netz im Vergleich zu netzbasierten Verfahren erhöht ist, wird diese OP-Methode von den deutschen und internationalen Hernien-Gesellschaften für Erwachsene aktuell nicht mehr empfohlen.

Rezidivhernie

Sollte nach erfolgter Operation erneut ein Leistenbruch auftreten, ist häufig ist ein Verfahrenswechsel sinnvoll, also dass eine offene Operation nach laparoskopischer Voroperation stattfindet und umgekehrt.

Schenkelhernie

Im Gegensatz zu Leistenhernien liegt die Bruchpforte der Schenkelhernie unterhalb des Leistenbandes. Schenkelhernien treten relativ gesehen häufiger bei Frauen auf, bergen ein höheres Einklemmungsrisiko und die Vorwölbung sowie Schmerzausstrahlung werden eher in Richtung der Oberschenkelinnenseite angegeben. Die operative Behandlung erfolgt analog zum Vorgehen bei Leistenbrüchen.

Was sind Ventralhernien

Nabelbruch

Als Ventralhernien werden Bauchwandbrüche im Bereich der Mittelline bezeichnet. Typische Vertreter dieser Hernienart sind Nabelhernien und epigastrische Hernien.
Dort wo vor der Geburt im Mutterleib die Nabelschnurgefäße des Embryos hindurchtraten kann aufgrund einer unvollständigen Ausbildung der Bauchwand bei ausbleibender Vernarbung des Bereichs eine Schwachstelle der Bauchdecke entstehen.
Vorwölbungen, die etwas oberhalb des Nabels auftreten (in der Mittellinie zwischen Bauchnabel und Unterrand des Brustbeins) werden als epigastrische Hernien bezeichnet.
Kleinere Nabelbrüche bereiten häufig keine Symptome und sind meist ungefährlich. Mit zunehmender Größe steigt das Risiko einer Einklemmung und es besteht die Notwendigkeit zur operativen Versorgung. Bereitet ein Nabelbruch Beschwerden, ist eine Operation bereits bei kleineren Bruchpforten sinnvoll.
Auch beim Nabelbruch gibt es Verfahren, bei denen ein Kunststoffnetz implantiert wird und solche, bei denen die Bruchlücke nur mit Naht verschlossen wird.

Direktnaht bei kleineren Brüchen

Bis zu einer Größe von rund einem Zentimeter können Nabelbrüche durch eine Naht direkt verschlossen werden.
Hierfür wird über einen bogenförmigen Schnitt um den Nabel der Bruchsack freigelegt und der Inhalt zurück in die Bauchhöhle geschoben. Die Bruchlücke wird dann mit einem Faden direkt vernäht.
Üblicherweise wird die Operation in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt, erfolgt aber trotzdem i.d.R. ambulant.

Versorgung mit Netz bei größeren Brüchen (PUMP oder Sublay)

Ist die Bruchlücke größer als 2 cm oder bestehen weitere Risikofaktoren (Rektusdiastase, chronischer Husten, Adipositas etc.) ist die Verstärkung der Bauchdecke durch ein Kunststoffnetz sinnvoll. Der Zugang erfolgt ebenfalls über einen kleinen Schnitt am Nabel. Über diesen Zugang wird das Kunststoffnetz zwischen Bauchfell und Bauchmuskulatur (PUMP – Präperitoneale umbilicale Mesh Plastik) oder in die Muskelscheide (Sublay Methode oder MILOS) eingebracht. Hier verwächst es mit dem Gewebe und bildet eine stabile Narbenplatte aus. Das Netz überlappt die Bruchpforte um mehrere Zentimeter und verstärkt damit die Schwachstelle. Wie bei der Direktnaht wird die Bruchpforte zusätzlich über dem Netz vernäht.

Narbenbrüche treten im Bereich ehemaliger OP-Narben nach Bauchoperationen auf und sind eine häufige Spätkomplikation in der Bauchchirurgie (Risiko von 20% nach abdominellen Eingriffen). Sie entstehen dadurch, dass bei dem Zugangsschnitt in die Bauchhöhle auch stabilisierende Muskelschichten durchtrennt werden und sich nur weniger elastisches Narbengewebe nachbildet, wodurch die Festigkeit der Bauchdecke an dieser Stelle vermindert ist. Wenn es an dieser Stelle – auch erst Jahre nach der Operation – zu einer schmerzhaften Vorwölbung und einem Durchtritt von Eingeweiden kommt, spricht man von einem Narbenbruch. Im Verlauf nehmen diese meist an Größe zu und bergen wie alle anderen Bauchwandbrüche ebenfalls die Gefahr einer Einklemmung von Darmanteilen, die im schlimmsten Fall zur Minderdurchblutung des betroffenen Darmabschnittes, zum Darmverschluss oder Bauchfellentzündung führen können. Ferner kommt es mit der Zeit fast immer zu einer Größenzunahme, die die operative Versorgung verkompliziert.
Eine Versorgung mit einem Kunststoffnetz ist fast immer notwendig. Dieses wird entweder durch eine Bauchspiegelung von innen eingesetzt oder von außen unter die Muskulatur in die Bauchdecke eingebracht
Sowohl bei den offenen als auch laparoskopischen Operationen unterscheidet man die einzelnen Methoden in Abhängigkeit von der Schicht der Bauchdecke, in welche ein Netz eingelegt wird. So gibt es auf der einen Seite Platzierungen von Netzen auf (Onlay) oder in (Sublay) der Bauchdecke. Hierbei entsteht kein Kontakt des Netzes mit den Bauchorganen. Netze, welche Kontakt mit der Bauchhöhle haben dürfen, sind speziell beschichtet und werden in IPOM-Technik implantiert.

Offene OP-Verfahren

Bei sehr kleinen Brüchen unter 2 cm kann in Ausnahmefällen die Bauchdecke nach Wiedereröffnung der alten Narbe durch eine Naht direkt verschlossen werden. Für größere Brüche an Narben eignet sich das Verfahren nicht, denn die Rückfallquote ist zu hoch. In diesen Fällen arbeiten wir mit Kunststoffnetzen.

Sublay-Meshplastik

Ab einer Bruchlückengröße von mehr als 5 Zentimeter führen wir bei epigastrischen und Narbenhernien dieses offene Verfahren mit retromuskulärer Netzeinlage durch. Das bedeutet, dass bei dieser Technik ein Netz unter (Sublay) die jeweilige Bauchwandmuskulatur implantiert und mit Nähten fixiert wird. Zuvor wird der Bruchsack und dessen Inhalt präpariert und die Bruchlücke verschlossen. Das Netz dient der Stabilisierung der Bauchwand und soll ein erneutes Auftreten eines Bruches verhindern.

(e)MILOS-Hernioplastik (Mini/Less Open Sublay)

Dieses OP-Verfahren wird ebenfalls bei epigastrischen Hernien oder Nabelhernien in Kombination mit einer Rektusdiastase (übermäßiges Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln) angewendet.
Zunächst wird hierbei über einen Schnitt direkt über der Hernie der Bruchsack freigelegt, Verwachsungen des Darmes im Bruchsack gelöst und das Bauchfell mittels Naht verschlossen.
Dann wird mithilfe endoskopischer Instrumente der Raum in der Loge des geraden Bauchmuskels soweit freigelegt, bis ein ausreichend großes Netzlager entsteht. Anschließend wird das Netz in den vorbereiteten Raum eingebracht und ggf. fixiert. Abschließend wird die Bruchpforte über dem Kunststoffnetz mit einer Naht verschlossen.

IPOM-Hernioplastik

Bei der IPOM-Hernioplastik (intraperitoneales onlay-mesh) handelt es sich um ein minimalinvasives Operationsverfahren, bei dem über mehrere kleine Hautschnitte eine Kamera und Arbeitsinstrumente in den Bauchraum eingebracht werden. Nach Lösen von eventuell vorliegenden Verwachsungen und Zurückverlagern von vorgefallenem Gewebe in die Bauchhöhle wird ein speziell beschichtetes Kunststoffnetz von innen vor die Bruchlücke gelegt und im Anschluss mit resorbierbaren Ankermaterial an der Bauchdecke befestigt. Durch die Beschichtung werden Verwachsungen zum Darm verhindert. Die Auswahl dieses OP-Verfahrens erfolgt v.a. bei Rezidivbrüchen (nach bereits erfolgter Operation), sehr großen Brüchen oder ungünstigen OP-Bedingungen (z.B. bei extremer Adipositas).

Hiatushernie (Zwerchfellbruch)

Das Zwerchfell ist eine große Sehnen- und Muskel-Platte, welche den Brust- vom Bauchraum trennt. Durch eine Lücke im Zwerchfell tritt die Speisröhre.

Bei einer Zwerchfellhernie ist diese Lücke zu groß geworden, sodass sich neben der Speiseröhre Magen- und z.T. auch Darmanteile in den Brustraum verlagern und hierbei auch eingeklemmt werden können. Ferner kann es auch zur Einengung der Brustorgane führen.

Das Risiko an einer Hiatushernie zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter und Gewicht.

Dabei unterscheidet man zwei verschiedene Formen:

  • Die axialen Hiatushernie: Häufigste Form, oft ein Zufallsbefund bei der Magenspiegelung, anfangs auch oft ohne Beschwerden.
    Hierbei verlagert sich der Mageneingang (woe die Speiseröhre in den Magen einmündet) über das Zwerchfell in die Brusthöhle. Dies kann den Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen beinträchtigen, sodass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Beschwerden wie Sodbrennen, Schluckstörungen oder Oberbauchschmerzen können die Folge sein. Auch kann es zu einer chronischen Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut kommen, was einen Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs darstellt. Verursacht eine Hiatushernie derartige Beschwerden, versucht man diese zunächst durch Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung, Veränderung von Lebensgewohnheiten und Einnahme von sog. Magensäureblockern (z.B. Pantoprazol) in den Griff zu bekommen. Gelingt dies nicht oder es treten Blutungen auf, sollte eine operative Versorgung erfolgen.
  • Die paraösophageale Hernie: Deutlich seltener, wobei sich der vordere Magenabschnitt durch den Speiseröhrenschlitz entlang der Speiseröhre in den Brustraum verlagert (der Mageneingang bleibt dabei im Unterschied zur axialen Gleithernie im Bauchraum).
    Deshalb macht sich diese Form weniger durch Refluxbeschwerden bemerkbar. Zunächst sind die Betroffenen häufig beschwerdefrei, erst später treten v.a. nach dem Essen Symptome wie Völlegefühl, Brustschmerzen, Schluckbeschwerden oder Atemnot auf. Durch Einklemmung der vorgefallenen Organe kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Daher muss die paraösophageale Hernie immer so bald als möglich durch eine Operation versorgt werden

    Der Thoraxmagen (Upside-Down-Magen) stellt die Maximalvariante der paraösophagealen Hernie dar. Hierbei sind mindestes zwei Drittel des Magens in den Brustraum verlagert und verdreht, zusätzlich werden Lunge und Herz dadurch verdrängt und in ihrer Funktion eingeschränkt. Die Betroffenen leiden daher häufig an Herz-Kreislauf-Beschwerden, Atemnot, Völlegefühl oder Schmerzen in der Brust. Um gefährliche Komplikationen zu vermeiden, sollte zügig operiert werden.

Ziel der operativen Versorgung ist es die Lücke im Zwerchfell soweit durch Nähte zu verkleinern, dass schließlich nur noch Platz für den Durchtritt der Speiseröhre und somit die Passage für Nahrung erhalten bleibt.

Um das Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre zu verhindern, wird der mobilisierte obere Magenanteil (Magenfundus) wie eine Manschette um die Speiseröhre herumgeführt (Fundoplicatio) und mit dem Zwerchfell und der Speiseröhre vernäht. Damit der Magen dauerhaft in seiner natürlichen Position im Bauchraum verbleibt kann er noch an der vorderen Bauchwand fixiert werden (Gastropexie). Teilweise ist eine zusätzliche Verstärkung mit Netzmaterial erforderlich, wenn der Bruch sehr groß ist oder es sich um ein Rezidiv (erneutes Auftreten der gleichen Krankheit nach einer Operation) handelt. Der Eingriff erfolgt in der Regel laparoskopisch/minimal-invasiv.

Bei der häufigeren Form, der axialen Hiatushernie, die oft als Zufallsbefund im Rahmen einer Magenspiegelung festgestellt wird und lange asymptomatisch bleiben kann, verlagert sich der Mageneingang mit der Einmündungsstelle der Speiseröhre so in die Brusthöhle, dass der muskuläre Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr richtig funktioniert. Dies führt zu einem Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Durch die Reizung der Speiseröhrenschleimhaut kommt es dann zu Sodbrennen, Schluckstörungen und Schmerzen im Oberbauch. Durch eine chronische Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut erhöht sich zudem das Risiko Speiseröhrenkrebs zu entwickeln.
Verursacht eine Hiatushernie derartige Beschwerden, versucht man diese zunächst durch Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung, Veränderung von Lebensgewohnheiten und Einnahme von sog. Magensäureblockern (z.B. Pantoprazol) in den Griff zu bekommen. Gelingt dies nicht, sollte eine operative Versorgung erfolgen.

Eine weitaus seltenere Form der Hiatushernie stellt die sog. paraösophageale Hernie dar, bei der sich der vordere Magenabschnitt durch den Speiseröhrenschlitz entlang der Speiseröhre in den Brustraum verlagert (der Mageneingang bleibt dabei im Unterschied zur axialen Gleithernie im Bauchraum). Deshalb macht sich diese Form weniger durch Refluxbeschwerden bemerkbar. Zunächst sind die Betroffenen häufig beschwerdefrei, erst später treten v.a. nach dem Essen Symptome wie Völlegefühl, Brustschmerzen, Schluckbeschwerden oder Atemnot auf. Durch Einklemmung der vorgefallenen Organe kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Daher muss die paraösophageale Hernie immer so bald als möglich durch eine Operation versorgt werden.

Der Thoraxmagen (Upside-Down-Magen) stellt die Maximalvariante der paraösophagealen Hernie dar. Hierbei sind mindestes zwei Drittel des Magens in den Brustraum verlagert und verdreht, zusätzlich werden Lunge und Herz dadurch verdrängt und in ihrer Funktion eingeschränkt. Die Betroffenen leiden daher häufig an Herz-Kreislauf-Beschwerden, Atemnot, Völlegefühl oder Schmerzen in der Brust. Um gefährliche Komplikationen zu vermeiden, sollte zügig operiert werden.

Ziel der operativen Versorgung ist es die Lücke im Zwerchfell soweit durch Nähte zu verkleinern, dass schließlich nur noch Platz für den Durchtritt der Speiseröhre und somit die Passage für Nahrung erhalten bleibt. Um das Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre zu verhindern, wird der mobilisierte obere Magenanteil (Magenfundus) wie eine Manschette um die Speiseröhre herumgeführt (Fundoplicatio) und mit dem Zwerchfell und der Speiseröhre vernäht. Damit der Magen dauerhaft in seiner natürlichen Position im Bauchraum verbleibt kann er noch an der vorderen Bauchwand fixiert werden (Gastropexie). Teilweise ist eine zusätzliche Verstärkung mit Netzmaterial erforderlich, wenn der Bruch sehr groß ist oder es sich um ein Rezidiv (erneutes Auftreten der gleichen Krankheit nach einer Operation) handelt. Der Eingriff erfolgt in der Regel laparoskopisch/minimal-invasiv.

Falls Sie vermuten eine Hernie zu haben oder diese bereits durch eine/n Arzt/Ärztin diagnostiziert wurde, bitten wir sie telefonisch einen Termin in unserer Herniensprechstunde zu vereinbaren

Tel: 09161-70-3587

E-Mail: hernienzentrum@kliniken-nea.de

Bitte bringen Sie zu dem Termin ihre Gesundheitskarte, einen Einweisungsschein, Ihren Medikamentenplan, relevante Vorbefunde (insbesondere zu etwaigen Voroperationen am Bauch) mit.

Bei Zeichen einer Einklemmung des Bruchs, stellen Sie sich bitte umgehend in der nächstgelegenen Notaufnahme vor!

Sprechstundentermine:

  • Hiatushernie: Montag 9:00 bis 11:00

  • Herniensprechstunde: Donnerstag 11:00 bis 14:00

Enddarmchirurgie

  • Versorgung von akuten Erkrankungen des Afters und Enddarms
  • Behandlung von Abszessen und Fisteln
  • Behandlung des Hämorrhidalleidens
  • Versorgung von Prolapserkrankungen
  • Tumoroperationen am Enddarm, auch transanale Tumorentfernungen
Das Team der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie